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Interview mit Perspektivteam-Athlet Moritz Rothländer

Der Hockey-Nationalspieler Moritz Rothländer ist wegen eines Kreuzbandrisses seit Juni außer Gefecht. Der 21-jährige Student der SRH Hochschule Heidelberg setzt alles daran, bis Februar 2020 wieder fit zu sein. Im Interview spricht er über die Höhen und Tiefen seiner bisherigen Karriere und sein großes Ziel: die olympischen Spiele 2020.

 

Herr Rothländer, wie geht es Ihrem Knie?
Danke, ganz gut. Meine Ärzte und Trainer sind sehr zufrieden. Ich bin jetzt nach fünfeinhalb Monaten schon weiter als bei meinem ersten Kreuzbandriss nach neun Monaten. Ich habe gelernt, dass ich auch während einer Verletzungspause intensiv an mir arbeiten kann. Wenn alles gut läuft, werde ich im Februar 2020 wieder auf dem Platz stehen. … etwa sechs Monate vor den Olympischen Spielen. Eine größere Motivation wie die olympischen Spiele gibt es für mich nicht. Seit ich Hockey spiele, habe ich dieses Ziel vor Augen. Meine Verletzung hat mich auf dem Weg dahin zurückgeworfen, aber ich kenne meine Willensstärke und weiß, dass ich es schaffen kann. Ab Januar geht es richtig los mit den Lehrgängen der Nationalmannschaft. Den ersten werde ich vermutlich verpassen, aber ich bin sehr froh, dass der Trainingsplan so voll ist. Damit werde ich die Möglichkeit bekommen, mich zu präsentieren.

Vor Ihrer Verletzung haben Sie eine herausragende Saison gespielt – Sie wurden 2018 mit dem TSV Mannheim Vize-Meister in der Halle, haben 2019 dann im Feld den Wiederaufstieg in die 1. Liga geschafft.
Die Vize-Meisterschaft war emotional etwas ganz besonderes für mich – und sicherlich der Höhepunkt meiner bisherigen Karriere. Als Zweitligist Meister in der Halle zu werden, kommt nicht so oft vor.

Dann kam die Verletzung am Ende der Saison während einer Trainingseinheit in Mannheim. Bei einer falschen Bewegung haben Sie sich das Knie verdreht. Ein schwerer Rückschlag für Sie!
Die ersten zwei Monate danach waren sehr schwer. Man fällt wie in ein Loch, ich hatte viele Selbstzweifel. Meine Familie und Freunde haben mir in dieser Zeit sehr geholfen – insbesondere mein Vater, der auch Hockey-Spieler war und die Situation selbst durchlebt hat.

Wie sieht Ihr aktueller Trainingsplan aus?
Ich mache Reha und Kraftaufbautraining, ein- bis zweimal am Tag. Der Zeitaufwand ist fast noch höher als beim regulären Training – mit dem Vorteil, dass ich mir die Trainingszeiten selbst einteilen kann und mich nicht nach meinen Mitspielern richten muss.

Kais al Saadi hat Anfang November das Amt des Hockey-Bundestrainers übernommen. Hat er Sie bereits kontaktiert?
Ja, er hat mir signalisiert, dass er mich auf dem Schirm hat – das ist natürlich extrem wichtig für mich. Ich stehe auch mit den anderen Teammitgliedern regelmäßig in Kontakt. Wir gehen zusammen essen oder sehen uns im Kraftraum.

Neben Ihrer Reha widmen Sie sich aktuell Ihrem Studium an der SRH Hochschule Heidelberg. Sie studieren Betriebswirtschaftslehre im 4. Semester.
Das Studium ist mir sehr wichtig, um ein zweites Standbein neben dem Sport zu haben. Gerade weil ich schon zwei schwere Verletzungen hatte, ist mir bewusst, dass es mit einer Profisport-Karriere sehr schnell vorbei sein kann.

Wie schaffen Sie es, Studium und Spitzensport unter einen Hut zu bringen?
Es bedarf schon einer guten Organisation, aber das Studienmodell an der SRH Hochschule Heidelberg bietet hierfür viel Flexibilität. Das Studium ist in fünf-Wochen-Blöcke gegliedert, wenn ich eine Prüfung mal durch einen Lehrgang oder ein Turnier verpasse, kann ich sie nachholen. Durch die Kooperation der Hochschule mit dem Olympiastützpunkt Rhein-Neckar funktionieren die Absprachen reibungslos. Ich habe auf beiden Seiten persönliche Ansprechpartner, die mich unterstützen und auf meine Bedürfnisse eingehen. Durch meine Verletzung kann ich aktuell im Studium etwas mehr Gas geben – ich bin mir aber sicher, dass sich das im Olympiajahr wieder drehen wird.

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